Wenn Fußball zur Bühne der Macht wird
WM-Boykott im Swamp
Fußball ist längst mehr als ein Spiel. Gerade große Turniere wie die Weltmeisterschaft zeigen, wie eng Sport, Politik und nationale Selbstdarstellung miteinander verbunden sind. Die WM 2026 wurde auch für Donald Trump zu einer Bühne. Ob bei Fußballspielen, Motorsport oder Kampfsport: Sportereignisse bieten ihm die Möglichkeit, Nähe zum Publikum zu inszenieren, während politische Entscheidungen und militärische Einsätze international für Kritik sorgen.
An seiner Seite steht dabei auch FIFA-Präsident Gianni Infantino. Die Verbindung zwischen Trump und der FIFA ist kein Einzelfall, sondern Teil einer größeren Entwicklung. Weltweit nutzen politische Akteure den Fußball, um Macht zu demonstrieren, nationale Gefühle zu verstärken oder gesellschaftliche Konflikte für sich zu nutzen. In Serbien spielt Präsident Vučić mit der Nähe zu Hooligan-Strukturen, in der Türkei setzt Erdoğan auf Stadionprojekte in politisch wichtigen Regionen, und Saudi-Arabien nutzt den Fußball konsequent als Teil seiner globalen Strategie rund um die WM 2034.
Kurz vor dem Finale der WM 2026 stellt der Vortrag die Frage, wer politisch von diesem Turnier profitiert hat. Wie wird Fußball zum Verstärker nationalistischer Erzählungen? Was passiert mit der Faszination des Spiels, wenn Stadien zunehmend als Kulisse für Machtpolitik dienen?
Zu Gast ist Ronny Blaschke. Der Journalist und Buchautor beschäftigt sich seit vielen Jahren mit den politischen Seiten des Fußballs und arbeitet unter anderem für den Deutschlandfunk, die Süddeutsche Zeitung und Die Zeit. Für seine Veröffentlichungen wurde er mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Fußballbuch des Jahres und dem Fanpreis des Jahres.
Eine Veranstaltung von Supporters Crew Freiburg und Heinrich-Böll-Stiftung.
Datum: 16.07.2026
Uhrzeit: 20:00 Uhr
Eintritt: frei